Navatari

Navatari. Die alte Rechenkunst im neuen Gewand.

Dein Geburtsdatum ist eine Zahl. Mehr braucht es nicht.

Aus Tag, Monat und Jahr lässt sich eine Struktur rechnen. Neun Kräfte, die einander ablösen. Eine davon trägt dein ganzes Leben. Die anderen kommen und gehen, in Bögen von siebenundzwanzig Jahren bis hinunter zum einzelnen Tag.

Das ist Navatari.


Was eine Rechnung zeigt

Nicht, was dir passieren wird.

Sondern, in welcher Kraft du gerade stehst. Ob die Zeit dich nach aussen schiebt oder nach innen. Ob dieses Jahr eines zum Säen ist oder eines zum Ernten. Warum sich etwas zäh anfühlt, das dir vor zwei Jahren leicht von der Hand ging.

Die neun Kräfte lassen sich am Pflanzenjahr ablesen, weil sie sich so verhalten: Same, Keim, Trieb, Stängel, Weitung, Entscheidung, Blüte, Frucht, neuer Same. Keine davon ist besser als die andere. Sie stehen nur an verschiedenen Stellen im Jahr.

Und eine Zahl entschuldigt nichts. Sie beschreibt die Strömung. Schwimmen musst du selbst.


Woher es kommt

Die Zahlenlehre, auf der Navatari aufbaut, heisst Yantra. Swami Gitananda Giri hat sie 1965 in Vancouver aufgeschrieben. Er beansprucht sie nicht für sich. Er nennt seinen Lehrer Ram Gopal Mujumdar und dessen Lehrer Ram Mohan Rai, und dahinter eine Überlieferung, die schon lange vor ihnen mündlich weitergegeben wurde.

Das Entscheidende steht in seinem Buch nicht drin. Wie man die Zyklen für einen einzelnen Menschen tatsächlich berechnet, hat er nie aufgeschrieben. Das wurde von Mund zu Ohr gegeben, und nur im Ashram gelehrt. Ich habe es über Lehrer bekommen, die in dieser Linie stehen, und arbeite seither damit.

Was ich selbst dazugelegt habe, sage ich auch: die Steine und die Öle. Die kommen nicht aus der Yantra-Linie, sondern aus der chinesischen Steinmedizin in der Linie von Jeffrey Yuen und aus meiner eigenen Arbeit damit.


Was Navatari nicht ist

Keine Wahrsagerei. Gitananda selbst hat davor gewarnt, und er hat in seinen letzten Jahren aufgehört, Yantra zu lehren, weil er sah, wie leicht es dazu verkommt. Eine Rechnung sagt nicht, was geschieht. Sie sagt, welche Kraft gerade Zeit hat.

Keine Diagnose. Keine Zahl benennt eine Krankheit, und keine ersetzt eine Abklärung. Wenn du etwas am Körper hast, gehört es zu einer Ärztin, nicht in eine Tabelle.

Kein Ersatz für deine eigene Wahrnehmung. Eine Rechnung, die sich für dich nicht stimmig anfühlt, ist keine Wahrheit, der du nachzugeben hättest. Sie ist eine Frage.


Wie ich damit arbeite

Im Moment vor allem still. Navatari liegt bei mir neben dem Puls und neben dem, was ein Mensch mir erzählt. Es sagt mir nichts über dich, was du nicht selbst bestätigst. Es sagt mir, wann etwas dran sein könnte, und wann besser nicht.

Ich prüfe es seit Jahren an mir selbst, an meiner Familie und an dem, was ich in der Praxis sehe. Manches trifft so genau, dass es mich jedes Mal wieder überrascht. Manches trifft nicht, und das schreibe ich auf. Eine Lehre, die man nicht widerlegen kann, nützt niemandem.


Lernen kann man es auch

Navatari steht in der Schule, weil ich es weitergebe. Nicht an einem Wochenende, und nicht als Deutungsliste zum Auswendiglernen.

Wer es lernen will, lernt zuerst das Rechnen. Erst wenn die Zahlen für das eigene Leben stimmen, kommt das Deuten dazu. In der anderen Reihenfolge wird daraus Wahrsagerei, und die interessiert mich nicht.

Schreib mir, wenn dich das interessiert.


Was noch kommt

Ich baue Navatari gerade mit Amber zu etwas aus, das man in die Hand nehmen kann. Bilder zu den neun Kräften, Karten, eine Sprache, die ohne viele Worte auskommt.

Es ist noch nicht so weit. Ich nenne absichtlich kein Datum. Aber es kommt, und wer wissen will, wann, schreibt mir einfach.


Navatari ist eine Deutungsarbeit, keine Heilkunde. Es stellt keine Diagnosen, ersetzt keine ärztliche Abklärung und keine Behandlung, und sagt nichts voraus.